Der echte Kaisergugelhupf 

Glaub bloß nicht, Du hast einen echten Kaisergugelhupf im Backofen oder auf dem Teller, wenn dieser nicht aus mächtigem Hefeteig besteht. Schließlich wissen wir: das Internet ist voll von nach­ge­machtem Quatsch!

Und obwohl es einen geschicht­lichen Hinter­grund sowie ein über­liefertes Rezept zum echten Kaisergugelhupf gibt, erdreisten sich manche Menschen, ihr Gebäck (das aus Teigen von Hinz oder Kunz bestehen kann) Kaiserguglhupf zu nennen! Selbst sehr große Rezeptsammlungen sind unter diesen Übeltätern.

Die Konditorei Zauner- das Stammhaus in Bad Ischl

Das Rezept von Katharina Schratt ist bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Ob es stimmt, dass in der Konditorei Zauner täglich gleich sechs Stück dieser Kuchen auf einmal fabriziert wurden und nur der schönste davon in die Schratt-Villa geliefert wurde, habe ich zwar nur im Radio gehört, es ist aber eine schöne Geschichte. Ebenso wie die Frage, welchen Gugelhupf der Kaiser dann wirklich serviert bekam. Den selbstgebackenen der Schratt oder doch den vom „Zauner“.

Sicher ist: der Kaisergugelhupf ist überaus gehaltvoll. Dass das sogenannte „Dampfl“, also der kleine Vorteig des Germteigs (Germ = österreichische Bezeichnung für Hefe) tatsächlich mit Sahne (Obers) angesetzt wird, ist kein Tippfehler von mir! Durch die Beimischung von 150 Gramm Butter und sechs Eidottern wird der Teig nicht gerade etwas für Kalorien- oder Cholesterin-Einsparer. Dafür aber sehr, sehr lecker!

Kaisergugelhupf

Kaisergugelhupf

Küche: ÖsterrechSchwierigkeit: anspruchsvoll
Portionen

6

Personen
Vorbereitungszeit

1

Stunde 

27

Minuten
Backzeit

59

Minuten

Auf dem Markt

  • 1/4 L Obers (Sahne)

  • 30 g Germ (Hefe)

  • 500 g glattes Weizenmehl

  • 150 g weiche Butter

  • 180 g Kristallzucker

  • 6 Eidotter

  • 1 Prise Salz

  • abgeriebene Schale einer (unbehandelten Bio-) Zitrone

  • Füllung des Kaisergugelhupfes

  • 1 EL Zimt

  • 50 g Rosinen (am besten in etwas Rum eingelegt)

  • für die Form:

  • weiche Butter

  • ca. 30-50 g gehobelte Mandeln

  • nach dem Backen:

  • Puderzucker zum bestreuen

Am Herd

  • Obers (Sahne) lauwarm anwärmen und die Germ (Hefe) darin auflösen, einen Teelöffel Zucker zugeben. Mit einem kleinen Teil des Mehls zu einem weichen Dampfl (Vorteig) vermischen. Das restliche Mehl über den Vorteig sieben, schön warm stellen und mindestens 20 Minuten lang gehen lassen.
  • Unterdessen die sehr weiche (nicht flüssige) Butter mit dem restlichen Zucker schaumig rühren bis sich wirklich alle Zuckerkristalle aufgelöst haben, dann die sechs Dotter unterrühren.
  • Den reifen Vorteig mit etwas Salz und Abrieb von der Zitronenschale zur Butter-Dotter-Masse geben und alles in einer Küchenmaschine mit Knethaken zu einem weichen, seidigen Teig schlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. Zugedeckt mindestens weitere 30-60 Minuten (oder auch länger) rasten lassen.
  • Der Teig wird durch seinen hohen Fettanteil selbstverständlich nicht so locker und leicht hochgehen wie man es von anderen Hefeteigen gewöhnt ist. Trotzdem sollte sich das Volumen des Teiges nach dem Gehen mindestens um ein Drittel oder die Hälfte der ursprünglichen Menge erhöht haben.
  • Wenn der Teig gegangen ist, auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa einen halben Zentimeter dick zum Rechteck ausrollen. Gleichmäßig mit Zimt und Rosinen bestreuen.
  • Den -Teig einrollen
  • Den Backofen auf 180°C Ober- Unterhitze vorheizen.
  • Eine Gugelhupfform mit weicher Butter präparieren und mit gehobelten Mandeln ausstreuen. Den zusammengerollten Teig hineinlegen und mit weiterer Butter bestreichen. Erneut warm stellen und bis knapp unter den Rand aufgehen lassen.
  • Dann bei 180°C ca. 40-50 Minuten lang backen. Sollte der Kaisergugelhupf zu dunkel werden, gegebenenfalls in den letzten Minuten mit Alufolie abdecken. Unbedingt Stäbchenprobe machen!
  • Den fertigen Kaisergugelhupf aus der Form stürzen, abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

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