Pizzateig

Daran, dass das ganze Pizzateig-Rezept das längste Rezept von allen ist, erkennt man, dass Pizzabacken eine Wissenschaft ist. Man kann sie aber leicht erlernen.

Das Problem bei den meisten selbstgebackenen Pizzen ist dass der Teig einfach nicht so schmeckt wie beim Italiener. Meistens ist der Teig zu trocken, die Kruste zu hart, der Teig zu schwer und alles schmeckt nur nach Hefe. Und wer Kuchen backen kann, kann noch lange keine Pizza packen.

Ach ja … ein guter Pizzateig braucht 24 Stunden.

So sieht ein fertiger, ganzer Pizzateig mit 62% Feuchte aus. Diese Angabe versteht sich relativ zum Mehl. Auf 100g Mehl kommen also 62g Wasser. Dieser Teigballen reicht für etwa 6 Pizzen, doch man sollte den Teig nach dem Kneten direkt portionieren.

In meinen Augen, muss ein perfekter Pizzateig sehr leicht sein. Er muss unten knusprig sein, innen aber weich. Der Rand ist Geschmacksache, aber keinesfalls darf der Rand zu schwer werden. Das heißt nicht, dass er nicht riesig groß werden darf — nur eben nicht schwer. Wenn man in die Pizza beißt solle es frisch schmecken, keinesfalls nach Hefe. Der Eigengeschmacks des Teigs darf die Pizza nicht übertönen, ich möchte die zarten Details des Käse schmecken und nicht den Teig. Idealer Weise solltest du mit dem Teig mind. 24 Stunden bevor du ihn benötigst anfangen. Solltest du keine 24 Stunden mehr Zeit haben, versuche den Pizzateig (in Schritt 3 Punkt 6) wenigstens ein paar Stunden in den Kühlschrank zu stellen. In dieser Ruhezeit findet die alkoholische Gärung der Hefe statt. Dadurch erhält der Teig einen ganz leicht säuerlichen Geruch und Geschmack. Dies führt nach dem Backen zu dem typisch Pizzageschmack, den man in italienischen Restaurants findet, aber nur selten bei selbstgemachten Pizzen.

Für einen guten Pizzateig bedarf es ganz normalen 405er Mehls. 

Jedes Mehl verhält etwas sich anders. Außerdem beeinflussen alle möglichen Umwelt-Faktoren die exakt notwendigen Mengen. Wichtiger ist es mit Gefühl zu messen als mit einer genauen Skala. Wenn z. B. der Teig eigentlich schon recht teigig ist, brauchst Du wahrscheinlich mehr Wasser. Ist er zu flüssig brauchst Du wahrscheinlich mehr Mehl. 

Pizzateig

Pizzateig

Gang: HauptgangKüche: Italien
Portionen

6

Pizzen
Vorbereitungszeit

24

Stunden 
Backzeit

10

Minuten

Auf dem Markt

  • 1kg Mehl Standard 405er

  • Leitungswasser– kalt

  • Meeressalz

  • Ein Viertel Block/Würfel frische Backhefe

Am Herd

  • Schritt 1 - der Vorteig
  • Zunächst schüttest Du rund 600g des Mehls in eine große Schüssel.
  • Dazu 625ml kaltes Wasser und einen viertel Block der Hefe.
  • Auf einem Hefe-Würfel steht für 500-1000g Mehl, aber der Italiener nimmt deutlich weniger als auf der Packung steht. Keine Angst der Teig wird trotzdem genug steigen.
  • Die Hefe muss nicht erst in Wasser aufgelöst werden, sondern wird einfach in die Schüssel gegeben.
  • Dazu kommen nun rund 40g Salz. Wenn Du die Masse probiert, muss es nach Salz schmecken. Der Teig bekommt später noch deutlich mehr Mehl. Wenn Du jetzt Hefe oder Mehl herausschmeckst, ist es nicht genug Salz.
  • Nun alles mit einer Gabel/Löffel oder dem elektrischen Rührgerät kurz umrühren, bis eine Masse entsteht, die von der Konsistenz eher an Pfannkuchenteig als an Pizzateig erinnert.
  • Schritt 2: Kneten
  • Nach 20 Minuten rührst Du den Teig für 3-4 Minuten. Obwohl der Teig noch recht flüssig ist und dies wirklich mehr Rühren als Kneten ist, bilden wir hiermit einen guten Teig, da bereits Gluten-(Eiweis)-Ketten gebildet werden. Es sind diese Proteinketten, die später das CO2, das die Hefe produziert auffängt und im Teig gefangen hält. Durch diese Luftbläßchen wird der Teig später aufgehen und sehr locker und luftig. Das zum Thema Wissenschaft"
  • Weiterrühren und etwas mehr Mehl dazugeben. Zum Schluß soll das restliche Mehl der Packung dazugeben. Es eignet sich etwa immer 100g (bitte nicht nachmessen) in die Schüssel zu geben und dann weiterzurrühren. Dies verhindert einerseits, dass das Mehl durch die ganze Küche fliegt und anderseits habt ihr somit mehr Kontrolle über euren Pizzateig. Sollte er wider Erwartens zu trocken werden, könnt ihr jederzeit aufhören.
  • Wenn sich der Teig vom Boden löst und einen Ball formt, ist es genug Mehl. Knetet noch 1-2min weiter. Dies sollte nun recht schwer gehen.
  • Der Teig sollte jetzt immer noch recht flüssig sein, aber durchaus seine Form behalten. In der Tat ist das Mehl/Wasser-Verhältnis ideal, wenn Du den Teig zu einer Kugel formen kannst und diese ganz langsam, also etwa über eine halbe Stunde hinweg, seine Form verliert und wieder flüssig wird. Kurzfristig betrachtet, soll er aber ein Ball bleiben.
  • Wenn Du nun auf den Teig schaust, sieht er sehr klebrig aus. Wenn Du allerdings auf die Oberfläche eine Prise Mehl gibst kannst Du ertasten, wie zart er sich tatsächlich anfühlt.
  • Nach der harten Arbeit darfst Du jetzt 20 Minuten ruhen. Und vor allem der Teig.
  • Schritte 3: ab aufs Brett
  • Nach 20 min vergangen siind darf der Pizzateig nun aus der Schüssel.
  • Die Schüssel auf den Kopf drehen und den Teig auf ein gut gemehltes Brett fallen lassen. Der Teig sollte dabei fast ohne Hilfe aus der Schüssel »fließen«.
  • Den klebrigen Brocken mußt Du auf allen Außenseiten ordentlich mit Mehl bestäuben. Dann knetest Du mit den Händen einige wenige Sekunden, um einen Schönen Ball zu formen.
  • Nun diesen Ball in 5-6 gleichgroße Stücke schneiden und daraus formst Du jeweils wieder mit einigem Mehl runde Teigbälle. Beim Schneiden merkt man erst wie feucht der Teig innen ist und es ist sehr hilfreich auf die Schnittkante noch beim Schneiden Mehl zu streuen.
  • Nun kommt jeden Ball in einen kleinen Plastikcontainer mit Deckel. Wichtig ist der Deckel, da der Teig sonst an den Außenkanten austrocknet und sich dann nicht mehr schön verarbeiten lässt. Wenn kein Deckel vorhanden ist, hilft Frischhaltefolie.
  • Nun kommt der Teig für idealer Weise mind. 24 Stunden in den Kühlschrank. Dort wird er innerhalb des Containers aufgehen. Solltest du keine 24 Stunden Zeit haben, versuche den Teig wenigstens eine Stunde, besser ein paar Stunden in den Kühlschrank zu stellen. Wichtig ist, dass der Teig überhaupt eine gewisse Zeit im Kühlschrank verbringt, da er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ideal verarbeiten lassen würde und damit auch nicht perfekt backen könnte.
  • Schritt 4: den Pizzateig ausrollen
  • Pizzateig aus dem Kühlschrank holen und aus dem Plastikcontainer. Mit großzügigen Mengen Mehl kurz durchkneten, bis ein schöner, runder Teigball entsteht.
  • Dann den Pizzateig ausbreiten. Dazu mit den Händen von innen nach außen auf den Teig drücken, so dass ein Rand ensteht. Der Rand wird auf diese Weiße sehr stark aufgehen und extremst luftig schmecken.
  • Wenn der Teig etwas flacher geworden ist, kannst Du ihn am Rand hochheben und ihn durch sein eigenes Gewicht ausdehnen lassen. Außerdem kannst Du den Teig von der einen Hand in die andere Werfen.
  • Mit zwei Fäuste kannst Du den Teig darauf legen und ihn somit weiter ausdehnen.
  • Danach sollte der Teig so aussehen.

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