Jambalaya ist eigentlich nur ein einfacher Reis-Eintopf – tatsächlich aber drückt es ein ganzes Lebensgefühl aus. Jambalaya ist echtes Soul Food und macht mich auch an stressigen und nervigen Tagen glücklich, wenn ich nur den Duft beim Kochen rieche.
Jambalaya ist ein typisches Reisgericht der Cajun-Küche in Louisiana und New Orleans. Das Wort soll aus dem provenzalischen Wort „jambalaia“ (=Eintopf) entstanden sein. Als „Jambalaya“ tauchte es laut Wikipedia zum ersten Mal am 28. Juni 1872 in der New Orleans Times auf.

Basis für Jambalaya, wie auch für viele andere Cajun-Gerichte, ist die „holy trinity“: Staudensellerie, Zwiebeln und grüner Paprika. Zusammen mit dem Reis ist das der Kern des Jambalaya. Alle anderen Zutaten kann man variieren – was man eben gerade im Haus hat.
Wir kochen es klassisch mit dunkler Mehl-Einbrenne, Hühnchen und scharfer Wurst, aber man kann es beispielsweise auch mit Muscheln oder Shrimps kochen oder alles zusammen kombinieren. Statt der schweren Mehlschwitze kann man auch Paprikapulver nehmen oder etwas braunen Zucker karamellisieren. Oder Tomatenwürfel. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Schwierig ist bei uns die scharfe Wurst. Im Originalrezept wird „Andouille“ verwendet, die heute selbst in New Orleans kaum aufzutreiben ist und im Wesentlichen eine sehr fette, scharf gewürzte Schweinewurst ist. Ich verwende stattdessen frische Chorizo. Notfalls geht auch die getrocknete, Salami-artige Variante, die aber für das Gericht zu hart ist und auch geschmacklich zu sehr hervorsticht.
New Orleans Jambalaya
4
servings30
Minuten40
MinutenAuf dem Markt
0,5 Stück grüne Paprika (ca. 100 g)
1-2 Stück Stangen Staudensellerie (ca. 150 g)
1 Stück große Gemüsezwiebel (ca. 200 g)
1 Stück Knoblauchzehe
200 g Langkornreis
80-100 g frische Chorizo-Wurst (gibt's z.B. bei der Metro)
350 g Hühnerbrust (150-200 g pro Person)
500 ml Hühnerbrühe
400 g Garnelen
1 TL Salz
2 EL Cajun-Gewürzmischung
1 EL Mehl
1 EL neutrales Öl
1 EL Tomatenmark
Am Herd
- Hühnchenbrust in 1-2 Zentimeter große Würfel schneiden, großzügig salzen und zur Seite stellen.
- 1 EL Mehl und 1 EL Öl in einem kleinen Topf gut verrühren und unter ständigem, langsamem Rühren erhitzen, bis das Mehl schokoladenbrau ist. Dann zur Seite stellen und zum Abkühlen noch etwas rühren, damit die Resthitze das Mehl nicht verbrennt.Der Vorgang braucht viel Hitze, weswegen das Mehl dann plötzlich sehr schnell dunkel wird. Vorsicht, Verbrennungsgefahr für die Finger.
Man kann auch von Mondamin die Roux nehmen und diese in Schritt 11 nach Zugabe der Hühnerbrühe zugeben. - Chorizo-Wurst, Paprika, Staudensellerie und Zwiebeln in ca. 1 Zentimeter große Würfel schneiden. Blattgrün vom Sellerie fein hacken und für später als Garnitur beiseite stellen.
- Knoblauch grob hacken.
- Huhn in einer Pfanne scharf anbraten, bis es zumindest einseitig schön braun ist. Dann zur Seite stellen. (oder parallel zum folgenden Arbeitsschritt). Mit der Hühnerbrühe die Pfanne ausspülen, um den Brat-Geschmack mitzunehmen.
- Chorizo in einem großen Topf mit etwas heißem Öl anbraten, bis Fett austritt und sich der Topfboden (von der Paprika in der Chorizo) rötlich färbt.
- Zwiebeln, Paprika und Staudensellerie hinzugeben und ca. 5 Minuten bei relativ großer Hitze schmoren. Der Topfboden darf sich bräunen, Anbrennen sollte man aber vermeiden, weil der Geschmack sonst bitter wird.
- Tomatenmark auf den Topfboden geben und kurz anbraten, aber nicht verbrennen lassen.
- Mehlschwitze, Knoblauch und Reis hinzugeben und noch einmal eine Minute unter ständigem Rühren schmoren.
- Hühnchen, Gewürzmischung und Salz einrühren, dann mit der Hühnerbrühe ablöschen einmal kräftig verrühren und zum sanften Köcheln bringen.
- Abgedeckt ohne Rühren (!) für 15 Minuten ganz leicht köcheln lassen.
- Deckel entfernen, einmal kräftig durchrühren und evtl. mit Salz abschmecken.
- Garnelen zugeben.
- 10 Minuten ohne Deckel weiter köcheln lassen, nicht umrühren, notfalls ganz wenig Flüssigkeit nachgeben. Am Ende der Garzeit soll keine Flüssigkeit mehr vorhanden sein und der Eintopf darf am Boden ein wenig bräunen. Aber Vorsicht, dass nichts verbrennt!