Chili con Carne in zwei Versionen

Studenten können Chili con Carne erfahrungsgemäß ganzjährig bei jeder Party essen. In der einen Hand ein Plastikteller mit Chili, in der anderen Hand ein Bier. Das Bild hat sich bei mir eingeprägt. 

Chili con Carne, oft kurz auch nur Chili ist die Bezeichnung eines scharfen Ragouts aus Fleisch und Chilischoten. Der Name des Gerichts bedeutet wörtlich Pfefferschoten mit Fleisch (von Nahuatl chilli, spanisch con carne „mit Fleisch“). Es ist ein typisches Gericht im Süden von Texas.

Der Name sagt Fleisch. Also kein Hackfleisch! Und um Gottes Willen keinen Mais. Avocados kann man als Guacamole dazu reichen …. aber bitte nicht im Chili mit auflösen.

Um das Urrezept ranken sich viele Geschichten: Stammt Chili con Carne aus Texas, New Mexico oder Arizona? Kochten es Soldaten, Ureinwohner oder Nonnen zuerst? Mexikanisch ist es auf alle Fälle nicht.

Chili con Carne the "Franz version"

Chili con Carne the "Franz version"

Gang: HauptgerichtKüche: MexikanischSchwierigkeit: mittel
Portionen

8

Personen
Vorbereitungszeit

30

Minuten
Kochzeit

2

Stunden 

Studenten können Chili con Carne erfahrungsgemäß ganzjährig bei jeder Party essen. In der einen Hand ein Plastikteller mit Chili, in der anderen Hand ein Bier. Das Bild hat sich bei mir eingeprägt. 

Auf dem Markt

  • 1,5 kg Bio-Rindfleisch aus der Schulter

  • 250 g Früstücksspeck gewürfelt (Tulip)

  • 1 Gemüsezwiebel

  • 3 Knoblauchzehen

  • 3-4 rote Chilischoten, Jalapeno

  • 1 - 2 Habanero Chili wenn man es scharf mag

  • 3-4 rote und grüne Paprikaschote

  • 750 ml Rinderbrühe

  • 2 große Dosen geschälte Tomaten

  • 2 große Dosen rote Kidneybohnen

  • 2 Lorbeerblätter

  • 50 g Chilipulver Gewüürzmischung

  • 1 TL Cayennepfeffer

  • 1 Esslöffel gemahlener Kreuzkümmel

  • 1 Teelöffel geräucherter Paprika

  • 1 Teelöffel Paprika edelsüß

  • 1 Teelöffel gemahlener Koriander

  • 1-2 Teelöffel Chipotle-Chili

  • 1-2 Teelöffel New Mexiko-Chili

  • 1-2 Teelöffel Ancho-Chili

  • 1-2 Teelöffel Piment d’Elspelete

  • 2 EL Öl

  • 1 EL Tomatenmark

  • Salz

  • Pfeffer

Am Herd

  • Zwiebel schälen und grob würfeln.
  • Knoblauchzehen schjälen und feinwürfeln.
  • Paprika entkernen und in Streifen schneiden
  • Jalapeno Chilichoten in feine Ringe schneiden, Habanero fein würfeln. Kerne entfernen und Hände sehr gut waschen oder Küchenhandschuhe tragen.
  • Gewürzmischung in einer Schüssel zusammenmischen.
  • Das Rindfleisch in Würfel schneiden.
  • Kidneybeans in einem Sieb abgießen.
  • Das Rindfleisch portionsweise in heißem Öl anbraten und in eine Schüssel geben.
  • Speck auslassen und die Zwiebel dazugeben (eventuell etwas Öl)
  • Knoblauch, Zwiebel und die Hälfte der Gewürzmischung mit etwas Öl im Topf angehen lassen.
  • Das Tomatenmark dazugeben und rühren bis es am Topfboden anzieht.
  • Rindfleisch , Chili und Knoblauch dazugeben und umrühren.
  • Die Brühe, das Lorbeerblatt und die Tomaten dazugeben und alles ca. 90 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist.
  • Die Paprika zugeben und weitere 15 Minuten köcheln lassen.
  • Die Kidneybohnen und den Rest der Gewürzmischung zugeben und für weitere 10 Minuten köcheln lassen.
  • Das ganze mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken.

Eigentlich kann niemand genau sagen, wo, wann und vor allem wie Chili con Carne das erste Mal gekocht wurde. Die US-Bundesstaaten Texas, New Mexico und auch Arizona streiten seit jeher über das Ursprungsgebiet des Chilis. Doch Theorien gibt es viele: Kochte die US-Army das Gericht zum ersten Mal oder waren es doch die amerikanischen Ureinwohner, die das erste Chili zubereiteten? Auch griechische, irische, spanische und sogar chinesische Einwanderer werden verdächtig, Chili con Carne entdeckt zu haben. Doch wer hat es denn nun erfunden?

Viele Indizien sprechen für die nordamerikanischen Ureinwohner. Bei ihnen war es im 19. Jahrhundert üblich, Fleisch in einer Mischung aus scharfen Gewürzen, Salz und Fett einzulegen. Sie ließen es bei mäßiger Hitze trocknen und machten das Fleisch dadurch haltbar. Das konservierte Fleisch kochten sie dann über Feuer mit Wasser und Mehl zu einem dicken Eintopf. Könnte das der Ursprung des Chilis sein? Oder war es doch die spanische Nonne, die im frühen 17. Jahrhundert einen tranceartigen Traum hatte – darin erschien ihr das Gericht Chili con Carne? Oder stimmt die Geschichte, dass Chili erstmals in texanischen Gefängnissen serviert wurde, weil Chili und Rindfleisch zu den günstigsten Lebensmitteln zählten?

Wie dem auch sei, der Einfluss der mexikanischen Küche lässt sich kaum leugnen, da nicht nur verschiedene Arten von Chilischoten verwendet werden, sondern in einigen Variationen auch eine Würzsauce, die typisch für das mexikanische Gericht Mole Poblano ist – eine herzhafte Schokoladensauce, die traditionell zu Geflügel, aber auch zu Schweinefleisch und Fisch gereicht wird. Texas hingegen entwickelte sich schnell zum Mittelpunkt der Chilikultur – seit dem 19. Jahrhundert ist das beliebte Chili con Carne nicht mehr von den Speisekarten der Tex-Mex-Küche wegzudenken. So heißt er übrigens, der Kochstil, der in den USA entwickelt wurde und die Küchen des US-Bundesstaat Texas mit dem nördlichen Teil Mexikos verbindet.

Wie Chili con Carne nun „traditionell“ zubereitet wird? Die Grundzutaten der vielen Chili-Rezepte sind alle gleich: Fleisch und Chili. Doch bereits da unterscheiden sich die Eintöpfe gewaltig. Es gibt die Version mit Hackfleisch und eine mit in Würfel geschnittenem Fleisch. Dies kann Rind-, Schweinefleisch oder sogar Wild sind – genauso können die Fleischsorten miteinander gemischt werden. Welche Chilisorten verwendet werden? Erbsengroße Chiltepin, aber auch Sorten wie Jalapeno, Anco oder Pasilla. Diese werden frisch, sowie getrocknet verwendet, genauso wie verschiedene Chilipulver oder Chilisaucen. Typisch für die Tex-Mex-Küche sind Gewürze wie Oregano und Kreuzkümmel. Fast jedes Rezept beinhaltet Zwiebeln, Knoblauch, ab und an auch Koriander, Lorbeerblätter und Pfeffer.

Bohnen kommen nicht in den Topf

Die Zugabe von Bohnen ist jedoch umstritten; in der Tex-Mex-Küche haben sie typischerweise eigentlich nichts verloren, aber natürlich gibt es auch die Variationen mit Kidney- oder Schwarzen-Bohnen. Bei uns kommen sie rein weil wir sie mögen. Aber bitte kein Mais, keine Möhren oder Zucchini zugegeben. Chili con Carne im Texas-Stil benötigt eigentlich nur zwei Zutaten: frische Chilischoten und gewürfeltes Schweine- oder Rindfleisch.

Chili con Carne "the original"

Chili con Carne "the original"

Servings

4

servings
Prep time

30

Minuten
Cooking time

40

Minuten

Auf dem Markt

  • 3 ganze süße getrocknete Chilies wie Costeño, New Mexico oder Choricero, Stiele und Kerne entfernt (0,7 Unzen; 19 g)

  • 2 kleine scharfe getrocknete Chilies wie Arbol, ohne Stiele und Kerne

  • 3 ganze reichhaltige, fruchtige getrocknete Chilies wie Ancho, Mulatto, ñegro oder Pasilla, von Stielen und Samen befreit (1,4 Unzen; 40 g)

  • 1 L salzarme Hühnerbrühe aus der Dose oder selbstgemachte Hühnerbrühe, aufgeteilt

  • 2 ganze Chipotle-Chips aus der Dose in Adobo-Sauce, plus 2 Esslöffel Sauce, Stiele und Kerne entfernt (1,2 Unzen; 34 g)

  • 2 kg Rindfleisch (Hüfte, Keule, durchwachsen)

  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

  • 2 Esslöffel (30 ml) Pflanzenöl

  • 1 mittelgroße Zwiebel (8 Unzen; 227 g), fein gewürfelt

  • 4 mittelgroße Knoblauchzehen, fein gehackt

  • 1 Esslöffel gemahlener Kreuzkümmel (nach Belieben)

  • 1/4 Teelöffel gemahlener Piment (nach Belieben)

  • 2 Teelöffel getrockneter Oregano (nach Belieben)

  • 2 bis 3 Esslöffel Masa harina

  • 1-2 Esslöffel Apfelessig, nach Belieben

  • Scharfe Soße, nach Belieben
  • 3 EL Mehl

  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel

  • 3 Knoblauchzehen

  • 1 rote Zwiebel

  • 2 Ancho/chili

  • 2 Pasillachili

  • 2 New Mexicochili

  • 2 Habanero Chili

  • 4 Jalapeno Chili

  • 3 Romatomaten

  • 1 TL gemahlener Koriander

  • 1/2 TL geräucherte Paprikapulver

  • Salz

  • getrockneter Oregano

  • 1/4 TL Cayennepfeffer (optional) für mehr Schärfe

  • 2 EL Butter

  • 2 EL Pflanzenöl oder anderes neutrales Öl

  • 100g Tomatenmark

  • 250 ml Hühnerbrühe oder besser Hühnerfond

  • 1 TL ungesüßtes Kakaopulver

  • TOPPING
  • Koriander, gehackte Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, geriebener Käse, Avocado und warme Tortillas zum Servieren nach Belieben

Am Herd

  • Die getrockneten Chilis in einen großen Bräter oder einen Brühe-Topf mit schwerem Boden geben und bei mittlerer Hitze unter häufigem Rühren rösten, bis sie leicht dunkel werden und ein intensives Röstaroma entwickeln, 2 bis 5 Minuten. Nicht rauchen lassen.
  • Die Chilis in einen mikrowellengeeigneten Teller legen und bei hoher Leistung in 15-Sekunden-Schritten in der Mikrowelle erhitzen, bis sie biegsam sind und nach Röstung riechen, insgesamt etwa 30 Sekunden. In einen mikrowellensicheren 2 Liter-Flüssigkeitsmessbecher oder eine Schüssel umfüllen.
  • Die Hälfte der Hühnerbrühe, die Chipotle-Chilis und die Soße dazugeben, mit Plastikfolie abdecken und bei hoher Leistung in der Mikrowelle etwa 5 Minuten leicht köcheln lassen. Aus der Mikrowelle nehmen und für 5 Minuten beiseite stellen.
  • Chilis und Flüssigkeit in den Mixer geben und auf niedrigster Stufe pürieren, dann die Geschwindigkeit allmählich auf hohe Stufe erhöhen. Etwa 1 Minute lang pürieren, bis die Masse glatt ist.
  • Die Rindfleischwürfel großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Öl im Boden eines Bräters bei starker Hitze erhitzen, bis es gerade zu rauchen beginnt. Die Hälfte der Rindfleischwürfel in einer einzigen Schicht hineingeben und unter gelegentlichem Wenden braten, bis sie auf allen Seiten kräftig gebräunt sind, etwa 6 Minuten. Aus dem Topf nehmen, beiseite stellen und mit dem restlichen Rindfleisch wiederholen.
  • Den Bräter wieder auf mittlere bis hohe Hitze stellen. Die Zwiebel hinzugeben und unter häufigem Rühren etwa 2 Minuten lang kochen, bis sie glasig und weich geworden ist. Knoblauch und gegebenenfalls Zimt, Kreuzkümmel, Piment und Oregano hinzufügen und unter ständigem Rühren ca. 1 Minute lang kochen, bis es duftet. Fleisch und Bratensaft zusammen mit dem Chilipüree zurück in die Pfanne geben und umrühren.
  • Bei starker Hitze zum Kochen bringen und bei mittlerer bis niedriger Hitze leicht köcheln lassen. Den Deckel nur knapp geöffnet lassen und unter gelegentlichem Rühren kochen, bis das Fleisch ganz zart ist, etwa 3 Stunden. (Gelegentlich den Soßenstand überprüfen; wenn die Soße zu dick wird, 1/4 Tasse Wasser oder Brühe hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist). Sobald die Soße die gewünschte Konsistenz erreicht hat, für die restliche Kochzeit vollständig abdecken. (Alternativ kann das Chili auch bei leicht geöffnetem Deckel im Ofen bei 200° bis 250°F gegart werden).
  • Während das Fleisch kocht die scharfe Sauce zubereiten.
    Das Mehl und alle Gewürze, den Oregano in einer kleinen Schüssel verrühren – beiseite stellen.
    Knoblauch, Zwiebel und Chili fein hacken – beiseite stellen.
    Tomaten heiß überbrühen, pellen und hacken – beiseite stellen.
    Die Butter mit dem Pflanzenöl in einer großen gusseisernen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Knoblauch, Zwiebel und Chili im Fett 3-4 Minuten dünsten. Die Mehlmischung einrühren und 2 Minuten lang unter Rühren kochen. Das Tomatenmark mit dem Schneebesen einrühren, bis es sich vollständig verbunden hat, und 1 Minute lang weiter kochen. Die Tomatenwürfel unterrühren und andünsten.
    Die Hitze auf niedrige Stufe reduzieren, dann nach und nach die Hühnerbrühe einrühren. Kakaopulver mit dem Schneebesen einrühren und die Soße zum Köcheln bringen und unter häufigem Rühren weiter köcheln lassen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat (etwa 5-7 Minuten). Die Soße dickt beim Abkühlen noch etwas ein.
  • Wenn das Fleisch gar ist mit Salz und scharfer Sauce abschmecken. Das beste Ergebnis erzielst Du, wenn Du das Chili abkühlen lässt und mindestens über Nacht besser bis zu 5 Tage im Kühlschrank aufbewahrst. Am nächsten Tag wieder aufwärmen und servieren.
  • Nach Belieben mit Koriander, gehackten Zwiebeln, Schalotten, geriebenem Käse, Avocado und warmen Tortillas garniert servieren.

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